Das Diplom ist zurück

Die vergangenen Jahre haben eine große Umwälzung im Bereich der universitären Landschaft mit sich gebracht. So wurden im Rahmen des Bolognaprozesses die Abschlüsse der europäischen Universitäten auf das Bachelor- und Mastersystem umgestellt, um eine internationale Vergleichbarkeit herstellen zu können. Dabei ist nach wie vor fraglich und alles andere als sicher, ob dieses Ziel auch erreicht werden konnte. Eines der ersten Opfer dieser Bildungspolitik waren dabei die klassischen deutschen universitären Abschlüsse wie der Magister und das Diplom. Gerade die Abschaffung des Diploms wImage result for Das Diplom ist zurückurde dabei von vielen bereits im Vorfeld als problematisch eingestuft. So besaß und besitzt dieses in Deutschland und auch international nach wie vor ein großes Renommee und ein sehr gutes Image. Ein Masterabschluss in einem vergleichbaren Fach wird hier oft als weniger wertig angesehen.

Umso mehr wird es daher sicherlich einige freuen, dass einige Universitäten im Osten Deutschlands das Diplom vor kurzem nach seiner Abschaffung nun wieder eingeführt haben. Sie reagieren damit auf den Unmut über die neuen Bachelor- und Masterabschlüsse und sprechen eine ganz bestimmte Klientel an. So erlaubt das Diplom eine deutlich freiere zeitliche Gestaltung des eigenen Studiums. Und genau das ist für viele Studenten in der heutigen Zeit ein sehr gewichtiges Argument. Viele wechseln daher aktuell von einem Bachelorstudiengang bereits zum Diplom. Auch einige Masterstudenten nutzen den neu angebotenen Studiengang. Darüber hinaus ist das Diplom nach wie vor eine Marke, die höchste Anerkennung genießt.

Generell scheint diese Entwicklung aber nur ein regional begrenzter Trend zu sein. So sind lediglich 1,5 % aller in Deutschland angebotenen Studiengänge derzeit als Diplom ausgeschrieben. Es ist daher nicht damit zu rechnen, dass eine große Rolle rückwärts durchgeführt wird und bald alle Universitäten in Deutschland wieder ein Diplom anbieten. So haben viele Studenten, Professoren und auch Unternehmen mittlerweile eins verinnerlicht: es kommt weniger an was darauf steht, als was darin ist.